«Super, bravo, gut gemacht!»

Das gemeinsame Legen eines Puzzles fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl. Auf dem Sportplatz «Boge» haben 20 Turnerinnen und Turner der Sportgruppe für Behinderte Region Zurzach gezeigt, wie beglückend das Erreichen eines sportlichen Ziels sein kann. DÖTTINGEN (pds) - Zugegeben; Sportplatz «Boge» ist nicht das Stadion «Ende der Welt» in Magglingen oben. Dort fanden sonst die Wettkämpfe der Behinderten, die so schweizweit im Scheinwerferlicht der Medien standen, statt. Doch Corona zwang PluSport Schweiz lokal auszuweichen.

Döttingen war einer der 24 Standorte am gestrigen Sonntag, an dem 50 Sportgruppen ihr Können zeigten. Wie wichtig aber auch diese Veranstaltung im Kleinen war, bewies die Anwesenheit eines Delegierten und die Grussbotschaft des Präsidenten des Verbandes. Die Freude in den Gesichtern Die heimischen Vera Barritt und Leo Kalt aber waren vor Ort die entscheidenden Kräfte, die für beste Voraussetzungen bei Spiel, Organisation, Verpflegung und Durchführung sorgten. Sieben Betreuer plus benötigte Hilfen waren für den reibungslosen Ablauf mitverantwortlich. Ihre Aufgabe war es vor allem viel zu loben, anzufeuern, zu unterstützen, zu ermutigen und grosszügig über gewisse Details hinwegzusehen.

«Super gemacht, bravo!», waren die wohl meistgehörten Worte auf dem Spielplatz. So konnten sich die 20 Sportler in vielen Disziplinen messen und ihr Geschick beweisen. Selten war auf einem Sportplatz die Freude über eine gelungene Aktion so echt, unverfälscht und spontan, wie bei diesen Ausführenden, die es j a im Leben nicht einfach haben und so zu einem willkommenen Erfolgserlebnis kamen. Sie standen auch äusserst geduldig ein, warteten auf ihren Einsatz, ohne zu murren. Zwischenzeitlich fragte eine Betreuerin, ob jemand aufs WC müsse.

Es mussten. «Also, alle mitkommen», lautete das Kommando. Gefragt: Vielseitigkeit und beständig sein Bei den Disziplinen am Vormittag ging es um Weitwurf und einen Geschicklichkeits-Parcours. Beim ersten Wettbewerb zählten die Weiten von drei Würfen mit dem eiernden Softball. Vielseitiger war der Hindernislauf, welchen eine sportlich Ausgebildete begleitete.

Verlangt waren da: Hampelmann, das Drehen um die eigene Achse, Ball jonglieren beim Gehen, Ball auf dem Kopf mit der Slalomtechnik zum Zielwurf gelangen. Da galt es auf einem Bödeli alle Becher mit den Bällen abzuräumen. Das Perfide an diesem Lauf: Gewertet wurde die Zeitdifferenz der beiden Läufe. Nicht die Geschicklichkeit obsiegte, sondern die Beständigkeit. Auch im kleinen Rahmen fühlt man sich wohl Offizielle Ranglisten gab es keine, dafür aber Diplome und Medaillen.

Beim Mittagessen - zu Bratwurst und Kartoffelsalat - zog Leo Kalt ein erstes Fazit. Hier im beschaulichen Rahmen sei es doch auch schön. Dazu falle die Carfahrt nach Magglingen aus. Es sei jeweils schwierig gewesen, all seine Schäfchen unter den 1000 Mitmachenden herauszusuchen. Ans Naturstadion «Ende der Welt» käme der «Boge» doch nicht ganz heran.

Auch wenn für viele Döttingen als etwas abgelegen gelte. Kritische Blicke verfolgen den Flug des Balls. Auch die letzten Becher wollen abgeräiimt werden. Perfekter Balanceakt beim Vorwärtsschreiten..