Millionen für das grüne Genf

Als erster Kanton plant Genf die Ausgabe sogenannter Green Bonds. Das Geld flösse in öffentliche Bauten. Der Kanton Genf will in der Kapitalbeschaffung eine Pionierrolle einnehmen. Als erster Kanton dürfte er bis Ende Monat sogenannte Green Bonds ausgeben. Die Obligationen zur Bekämpfung des Klimawandels wurden gemäss internationalen Standards zertifiziert.

Genf folge damit einem weltweiten Trend, betont Finanzdirektor Serge Dal Busco. Die Suche nach Geldgebern hat der Kanton gestern eröffnet. Rund 669 Millionen Franken will er auf dem Kapitalmarkt zusammenbringen. Das Geld flösse in öffentliche Gebäude: ein medizinisches Forschungszentrum der Universität, das Spital Gustave Juillard und die Geburtsklinik der Unispitäler. Die auf Energieeffizienz getrimmten Neubauten sind grösstenteils fertiggestellt, würden mit dem Kapital also refinanziert.

Nur 120 Millionen Franken werden zur Fertigstellung gebraucht. Offen sind die Laufzeit der Obligationen und deren Verzinsung. Diese werden festgelegt, sobald die beauftragten Banken die Nachfrage nach den Bonds geklärt haben. Der Kanton Genf steht mit 12 Milliarden Franken Schulden und einem Kreditrating von AA- nicht eben gut da. Finanzdirektor Dal Busco hofft, dank der Green Bonds den Kreis der Geldgeber zu erweitern.

In Zukunft kann er sich vorstellen, auch für den Bau von Tramlinien oder die Renovation von Schulen oder Altersheimen Green Bonds auszugeben. Fabio Sofia, Präsident der Plattform Sustainable Finance Geneva, schätzt die Erfolgschancen als gut ein. Der Markt mit grünen Obligationen ist regelrecht explodiert. Im laufenden Jahr wurden weltweit Bonds für über 100 Milliarden Dollar gezeichnet. Spezialisten des World Economic Forum mit Sitz in Genf gehen bis Ende Jahr von einem Volumen von bis zu 150 Milliarden Dollar aus.

Zum Vergleich: 2010 kamen gerade mal 4 Milliarden Dollar zusammen, (phr).