4 Jungforschende aus Glarus und Graubünden mit «hervorragend» ausgezeichnet

An der 54. Ausgabe von «Schweizer Jugend forscht» sind 109 junge Forscherinnen und Forscher für ihre Leistungen ausgezeichnet worden. Darunter auch drei Glarner und eine Bündnerin.Jürg Huber Montag, 11. Mai 2020, 04:30 Uhr «Schweizer Jugend forscht» Ende April ging die 54.

Ausgabe von «Schweizer Jugend forscht» über die Bühne. Aufgrund von COVID-19 musste sich das Team der Stiftung ihr ganzes Konzept umkrempeln. Anstatt einer Präsentation auf einer Bühne, hiess es für die 136 Jugendlichen, ihre Projekte per Video-Call zu präsentieren. Von den insgesamt 122 Projekten, erhielten 15 das Prädikat «gut», 63 «sehr gut» und 44 «hervorragend». Es wurden Bargeldpreise im Gesamtwert von rund 85'000 Franken vergeben.

Bündnerin taucht abEin Sonderpreis geht auch an die Engadinerin Anna Sidonia Marugg. In der Fachgruppe «Biologie/Umwelt» konnte sie mit ihrem Projekt «Erstnachweis von Mikroplastik in den Gewässern des Oberengadins» die Jury überzeugen. Wie sie in ihrem Präsentationsvideo erzählt, kam die Idee aus einer SRF-Dokumentation. Sie sammelte mit einer LADI-Trawl-Eigenkonstruktion Proben in verschiedenen Gewässern im Oberengadin, wo zuvor noch keine Daten über Mikrokunststoffe verfügbar waren. Sie richtete acht verschiedene Sammelstellen ein und konnte von allen Mikroplastiken sammeln.

An allen acht Standorten wurde Plastik von insgesamt 22 Plastikarten nachgewiesen. Diese analysierte sie dann anhand weiterer Parameter wie Grösse der gesammelten Stücke, Häufigkeit des Vorkommens, Entfernung der Probenstelle zur Wasserquelle, Bevölkerungsdichte oder Landnutzung für Sport- und Freizeitgebiete in der Nähe der Probenstelle.
«Die hier vorgelegte Arbeit von Anna Sidonia Marugg war ein hoch interdisziplinäres Projekt in Zusammenarbeit mit der Universität Basel und dem Lyceum Alpinum Zuoz und erforderte ein hohes Maß an Engagement, Unabhängigkeit und eine strukturierte Arbeitsweise welche mit Bravour umgesetzt wurde. Daten zu Mikroplastik im alpinem Raum sind bis anhin nicht vorhanden. Diese Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zu ersten Erkenntnissen betreffend Menge als auch Vorkommen von Mikroplastik im alpinen Raum», so Dr.

Roman Lehner, Mitglied der Jury. Ihre Arbeit wurde mit dem Prädikat «exzellent» und dem Sonderpreis «Swiss Junior Water Prize» ausgezeichnet. Somit darf sie an einem fünftägigen internationalen Wettbewerb während der «World Water Week» in Stockholm teilnehmen.
Glarner forschen hoch hinausDie 44 innovativsten Jungforscherinnen und -forscher wurden mit einem von 23 Sonderpreisen ausgezeichnet. Zu den Gewinnern dürfen sich auch die drei Jugendlichen Niels Scheunemann, Nino Schmed und Christopher Golling aus dem Kanton Glarus zählen.

Sie wurden mit dem «Sonderpreis Paul Scherrer Institut - Forschung auf dem Jungfraujoch» ausgezeichnet. Schmed und Scheunemann vernetzten Wetterstationen im ganzen Glarnerland, um eine möglichst exakte Wettervorhersage für den Kanton Glarus vorauszusagen. Golling befasste sich mit dem Weiten des Weltalls. Er entwickelte in der Sternwarte der Kantonsschule Glarus eine neue Kalibrationsmethode für Helligkeitsverläufe in Astrophotos. In einem fünftägigen Praktikum bekommen sie nun einen Einblick in das Überwachungs- und Forschungsprogramm «Globale Atmosphärenüberwachung» der Welt-Meteorologischen Organisation (WMO) in Genf.

Weibliche Dominanz im FinalZum ersten Mal ging das Finale nicht nur digital über die Bühne, sondern es standen auch mehr weibliche als männliche Jugendliche in der Endausscheidung, schreibt die Stiftung «Schweizer Jugend forscht».ANHANG: Bildstrecke.