Engadiner Schulen sind bereit

Acht Gemeindeschulen im Engadin sind dank «Mia Scoula» für den Fernunterricht bestens gerüstet und das Lyceum in Zuoz ist schon online. Montagmorgen um Viertel nach acht Uhr im Schulhaus von Scuol. Statt Unterrichtsbeginn findet gerade eine Informationssitzung der Schulleitung mit allen Lehrerinnen und Lehrern statt. Alle Volksschulen sind wegen des Coronavirus bis auf Weiteres geschlossen. Für den Zeitraum bis zum 30.

März haben die Schüler faktisch Ferien, denn in dieser Zeit sind weder Hausaufgaben noch Fernunterricht vorgesehen. In der offiziellen Mitteilung an die Schulen hat der Kanton Graubünden am Freitag aber geschrieben: «Die Schulträgerschaften sind gebeten, entsprechende schulbetriebliche Vorsorgeüberlegungen unter Einbezug der Lehrpersonen einzuleiten.»
In Scuol handelt die Schulleitung sofort. Bereits kurz vor 10 Uhr erhalten die Eltern der Kinder ab der 5. Klasse eine Mitteilung des Lehrers oder der Lehrerin.

«Ab dem 30. März haben Ihre Kinder Fernunterricht via Teams von Office 365», heisst es unter anderem. Es werde ein Stundenplan aufgestellt, nach welchem die Kinder verpflichtend von Zuhause aus arbeiten müssen. «Was wir mit der l. bis 4.

Klasse machen, müssen wir noch schauen», informiert Schulleiter Mario Rauch auf Anfrage . Auf jeden Fall sei klar, dass der Fernunterricht weit mehr sein wird, als lediglich eine «Beschäftigung der Kinder». In der kommenden Woche werden die Lehrer und Lehrerinnen
nochmals geschult, damit ab April der Fernunterricht starten kann. Dank «Mia Scoula» im Vorteil Die Gemeindeschule von Scuol profitiert jetzt davon, dass sie die Weichen für eine digitale Schule bereits vor zwei Jahren gestellt hat. Mia Engiadina hat zusammen mit Schulräten, Schulleitern und Lehrpersonen mehrerer Engadiner Schulen seit 2018 ein regionales Medien- und Informatikkonzept namens «Mia Scoula» entwickelt.

Dieses entspricht auch den Vorgaben des Lehrplans 21. «Die Schulen in Bregaglia, Samnaun, Val Müstair und Zernez haben bisher Teile des neuen Medienund Informatikkonzepts übernommen. Die Gemeindeschulen von Bever, Samedan, Scuol und Valsot haben alle Bereiche des Konzepts bereits vollständig umgesetzt», informiert Beatrice Miller, Leiterin Kommunikation und Bildungsinitiativen Mia Engiadina.
Die Schulen, die «Mia Scoula» bereits in der Institution implementiert haben, sind in der aktuellen Situation definitiv im Vorteil. «Für uns war es ein riesiger Glücksfall, dass Mia Engiadina sich für die Digitalisierung in den Schulen eingesetzt hat», meint Rauch.

Dank ihrer Initiative können alle Schüler ab der 5. Klasse bereits mit der professionellen Software des Office 365 arbeiten. Auch sei die digitale Zusammenarbeit mit anderen Schulen einfacher geworden.
Lyceum hat schon angefangen Montagnachmittag um 13.15 Uhr am Lyceum Alpinum Zuoz.

Die erste Lektion auf der Plattform «Lyceum Online» startet. In den vergangenen zwei Wochen hat sich die internationale Mittelschule auf das Distance-Learning-Programm vorbereitet, das ebenfalls mit der Plattform Office 365 arbeitet. «Wir verfügen über gute Grundlagen und haben gleichzeitig einige Herausforderungen zu meistern - so ist zum Beispiel noch nicht geklärt, wie wir Prüfungen abhalten werden», sagt Rektor Christoph Wittmer.
«Für uns war es ein riesiger Glücksfall, dass Mia Engiadina sich für die Digitalisierung in den Schulen eingesetzt hat.» Mario Rauch Schulleiter Scuol Der Unterricht wird soweit möglich an der Schule durchgeführt.

Alle Lehrpersonen waren vergangene Woche in Workshops und werden weiterhin vom Lyceum aus unterrichten. Sie stehen über die digitalen Medien mit ihren Schülerinnen und Schülern in Kontakt. «Wir haben noch 52 Schülerinnen und Schüler auf dem Campus, die nicht nach Hause konnten», erzählt Wittmer. Eine Herausforderung wird für das Lyceum die Zeitverschiebung sein. «Wir müssen berücksichtigen, dass Schülerinnen und Schüler von Japan bis Brasilien dem Unterricht folgen können», sagt der Rektor.

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