Zu Hause büffeln für die Maturaprüfung

Neben den Volksschulen wurde seit vergangenem Montag auch an den nachobligatorischen Schulen der Präsenzunterricht eingestellt. Für die Academia Engiadina in Samedan hiess es, umgehend die Studierenden, Schüler, Eltern und sämtliche Mitarbeitenden darüber zu informieren sowie die öffentlichen Räume wie Turnhalle, Mediathek, Mensa und Kraftraum zu schliessen. «Wir haben den Krisenstab einberufen, die Geschäftsleitung und auch die Schulleitung tagen regelmässig und besprechen das weitere Vorgehen laufend», sagt die Academia Engiadina auf Anfrage. Konkret lernen Schülerinnen und Schüler sowie Studenten bereits heute von zu ffause aus. «Bei der fföheren Fachschule Graubünden (E1FT) waren die Unterlagen bereits digital verfügbar, für beide Schulen konnte nun der bereits gestartete Integrationsprozess von Office 365, der ursprünglich für August geplant war, schneller abgeschlossen werden», zeigen die Schulleitung der HFT und der Mittelschule auf.

Die Umstellung auf «Distance Learning» mit der damit verbundenen Kommunikation und Koordination stellt laut Academia Engiadina eine grosse Herausforderung dar. «Der aktuelle Prozess ist sehr intensiv, aber auch sehr lehrreich. Und von den Schülern und Studenten verlangt das viel Eigenverantwortung und Selbstdisziplin», so die Schulleitung der Academia Engiadina.
Abschlussprüfungen noch offen Ein kritischer Punkt sind die Prüfungen. Laut Academia Engiadina werden die Studenten der HFT gemäss der Lernziele auf die Prüfungen vorbereitet, Diplomund Semesterarbeiten werden wie geplant durchgeführt.

Die Prüfungen werden «auf die Zeit danach» verschoben, gewisse Lernkontrollen werden auch durch alternative Leistungsnachweise ersetzt. Auch die Schüler an der Mittelschule können sich zum jetzigen Zeitpunkt auf die Prüfungen vorbereiten.
Sei dies via Klassenchatfunktion, Videokonferenz oder der Bestellung von online Prüfungen. «Für die Abschlussprüfungen ist im Moment allerdings alles offen», so die Academia Engiadina. Internat geschlossen An der Academia Engiadina wurde auch das Internat geschlossen, die Studentenwohnhäuser sind von der Schliessung allerdings nicht betroffen.

Am Lyceum Alpinum in Zuoz standen die Eltern gemäss Rektor Christoph Wittmer vor der schwierigen Entscheidung, ob die Kinder weiter an der Schule bleiben - das Internat ist mit einem Minimum an Kontakten noch offen - oder nach Hause fahren sollen. Die Schliessung der Grenzen und das Wissen um das digitale Angebot hat schlussendlich viele Familien dazu bewogen, ihre Kinder vorläufig zu sich nach Hause zu holen. «So sind von 290 Schülern gegenwärtig nur noch 52 auf dem Campus», so Wittmer. Auch Sport geht online Auch das Lyceum hat seit Montag auf Fernunterricht, auf «Lyceum Online» umgestellt. Für alle Klassen gibt es laut Wittmer vorbereitete digitale Gruppen und Klassennotizbücher, die Schüler können weiterhin im Austausch sein und an Gruppenarbeiten sowie Vorträgen arbeiten.

Der digitale Unterricht ist auch für das Lyceum neu, «aber der Start hat eindrücklich gezeigt, dass es gut funktioniert, spannend sowie anregend ist und alle am gleichen Strick ziehen», sagt Wittmer. Sogar für das Sportangebot hat das Lyceum eine Möglichkeit im Online-Bereich gefunden.
«Eine Hürde ist, dass wir nun Schülerinnen und Schüler von Japan bis Kalifornien unterrichten, die vorher bei uns im Engadin zusammen im Schulzimmer sassen und dass wir damit 16 Stunden Zeitdifferenz abdecken müssen», macht er deutlich. Wittmer sieht momentan keine Nachteile für die Schüler in Bezug auf die Vorbereitungen zu den Prüfungen. Er will diese gesamthaft durchführen und nutzt in Zukunft neue Formen der Prüfungen und der Bewertung von Leistungen.

Rasche Umsetzung ist fordernd Am Hochalpinen Institut in Ftan, das sich mitten in der Umstellung vom Präsenzunterricht auf den OnlineUnterricht befindet, wird die Vorbereitung auf die bevorstehenden Maturitätsprüfungen ebenfalls gewährleistet. «In Anbetracht der nicht voraussehbaren weiteren Entwicklung ist der geplante Zeitpunkt der Durchführung der Maturitätsprüfungen im Mai eine vorläufig offene Frage, die zu gegebener Zeit von behördlicher Seite beantwortet werden muss», sagt Direktor Beat Sommer, der insbesondere die Umsetzung der neuen Unterrichtsform innerhalb kürzester Zeit als besondere Herausforderung erlebt. «Zudem braucht es im Internat, das weiterhin offen bleibt, zusätzliche Anpassungen bei der Aufgabenbetreuung und Freizeitgestaltung», sagt Sommer. Er erwartet - im Gegensatz zum Lyceum, das aktuell sogar Eintritte hat und gegenwärtig keinen negativen Einfluss auf die Rekrutierung spürt - aufgrund der Schulschliessung aus heutiger Sicht beträchtliche Auswirkungen auf die Schülerrekrutierung im In- und Ausland. «Nach einem sehr guten Jahresbeginn kam die Nachfrage praktisch zum Stillstand.

In Anbetracht der Unsicherheiten in dieser ausserordentlichen Situation behalten die inländischen Familien die Kinder momentan lieber zu Hause, aber auch die Familien in Europa und Fernost sind sehr zurückhaltend geworden.».